Die Krone für die aufwendigste Inszenierung der Fashion Week geht ohne Zweifel an Michalsky. Was sich den 1700 Gästen der Michalsky Show im Friedrichstadtpalast – immerhin der größten Theaterbühne der Welt – bot, erhellte selbst die abgenutzten Minen jener altgedienten Modezirkuspferde, die, wenn sie sich überhaupt noch zu etwas äußern, dies durch verächtliches Schnauben tun.
„Ich mache das alles ja nicht nur für mich, sondern auch für Berlin“, erklärte ein erstaunlich entspannter Michael Michalsky noch kurz vor der Show hinter der Bühne auf die Frage nach dem Grund für den irrsinnigen Aufwand.
Man mag es für ein gewagtes Unterfangen halten, eine Kulisse zu erschaffen, in der die gezeigte Mode in einer Reizüberflutung zu ertrinken droht, aber hier ging das Konzept auf; denn Michalsky macht keine Mode, die er auf Schauen zeigt, sondern seine Schauen sind seine Mode.
Kaum hatte das Publikum nach zwei Stunden auch schon den Weg in den Saal gefunden – in den Foyers war man immer wieder in die Fänge gefährlicher Cocktailbars geraten –, gab der Vorhang den Blick auf die Kulisse einer Großstadt frei: grob gerasterte Schwarzweißbilder von Hochhäusern, Straßenlaternen, ein Wasserlauf unter dem makellos gelackten Runway, darin versinkende plakative Luxus-Insignien (Champagnerflasche, Jet, Limousine), dazu ein wie nach Börsenschluß (oder -crash?) von Wertpapieren übersäter Boden. Das alles ließ ein bisschen an eine gesäuberte Version von Paul Austers Country of Last Things denken, oder an Sin City oder jedenfalls an irgendein wenn auch augenzwinkernd abgefedertes Endzeitszenario, und in der Tat hatte sich Michalsky die Große Depression Ende der Zwanziger als Ausgangspunkt seiner Inspiration gewählt – der Weg aus der Krise führte hier über ihre Ästhetisierung.
Begleitet von einem fantastischen Sound-Design von DJ Hell waren es vor allem die Kleider, die ein Volumen entfalteten, das den Dimensionen der Kulisse gewachsen war (apropos Volumen: die Frisuren waren leider etwas haarig geraten). „Männer sollte er vielleicht nicht mehr machen“, hörte man nach der Show hier und da, aber „Kleider kann er echt toll“ umso öfter.
Kurz bevor sich die rund 40 Models zu einem finalen Spalier formierten, um ihrem Meister zu huldigen, ein Blick auf den leeren Runway, darauf ein einsamer, von einem Model verlorener Schuh, wie ihn Cinderella beim Verlassen des Balls verloren haben könnte – oder vielleicht Minni Maus beim Bad in Onkel Dagoberts Geldspeicher. Cinderellas in Schuhen gab es jedenfalls jede Menge, die bei der anschließenden Aftershow-Party um die Wette tanzten.
Photo© runway Michalsky, photo© event/backstage M. Ballesteros












































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