Bild mit freundlicher Genehmigung von Miss Bashful.
Miss Bashful wusste schon immer, dass sie einmal ein Star werden würde. Lange vor ihrem Durchbruch wurde die 25-jährige Techno-Künstlerin in Mexiko-Stadt geboren und zog als kleines Kind nach Houston, Texas. Miss B wuchs in den Vororten auf und hörte Britney Spears, Miss Kitten und Peaches. Mit gerade einmal 19 Jahren zog die junge Musikerin allein nach Berlin, fand sich schnell in der Stadt zurecht und hatte dabei jede Menge Spaß. Sie lebte von Tinder-Dates, arbeitete vor der Webcam und lernte Burlesque und Pole Dance – so tauchte Miss Bashful in die sich überschneidenden Szenen von Performern, Sexarbeitern und Künstlern der Musikwelt ein. Im Jahr 2022 veröffentlichte sie ihre erste Single mit dem Elektro-DJ und Produzenten DBBD, “Mini skirts on men”, die schnell eine halbe Million Streams erreichte.
Die Künstlerin beschreibt ihren Stil eher als “sexy Talking” denn als Rap – sie schreibt ihre Texte auf, wann immer sie ihr in den Sinn kommen, und arbeitet sie dann gemeinsam mit ihren Produzenten in Techno-Beats ein. Ihre Musik ist verspielt, kokett und neigt zum Absurden, wobei Miss Bashfuls Lachen die Tracks oft untermalt: “Miniröcke bei Männern / Kurze Shorts / Deodorant bei Männern / Wasch dir das Gesicht, Junge / 4-in-1-Duschgel / (Hahahaha)”. Ihre Songs sind zu den Hymnen der „Hot Girls“ der Berliner Techno-Szene geworden, haben sich aber auch in Europa und weltweit durchgesetzt und sind der Anlass für die aktuelle Tournee der Künstlerin durch Paris, Amsterdam, Stockholm und Madrid.
Auch wenn ihre Musik bisher kokett, sexy und um jeden Preis unbeschwert war, möchte Miss Bashful nun auch andere Genres erkunden – wie zum Beispiel „Sad Girl Music“. In unserem Interview sprach sie über ihre Erfahrungen als Expat, die Möglichkeit einer Rückkehr in die USA und ihre Lieblingsaspekte des Produktionsprozesses. Außerdem gab sie einen kleinen Hinweis auf ihr nächstes Album mit DBBD in diesem Frühjahr – die „Bashfulettes“ sollten ihre Erwartungen hoch halten, ihre Ziele aber niedrig stecken, angesichts des diesjährigen kurzen Frühlings.
Bilder mit freundlicher Genehmigung von Miss Bashful.
SLEEK: Wusstest du schon immer, dass du Musik machen wolltest, oder bist du eher zufällig dazu gekommen, weil du in einer Techno-Stadt lebst?
MISS BASHFUL: Ich hatte also gar nicht vor, hierherzuziehen, um Musik zu machen – das hat sich einfach so ergeben, weil ich in der Techno-Szene unterwegs war. Aber ich wusste schon immer, dass ich einmal ein Star sein würde.
S: War es schwierig oder beängstigend, in so jungen Jahren hierherzuziehen? Oder hattest du schon damals ein klares Ziel vor Augen, was Musik und Auftritte anging?
MB: Meine Mutter hat mich dazu gezwungen, mit ihr hierherzuziehen und meine deutsche Seite zu entdecken – der Umzug hierher gab mir die Freiheit, mich selbst zu entdecken, und aus irgendeinem Grund fühlte ich mich zur Bühne hingezogen. Ich war zweieinhalb Jahre lang Stripperin und habe Burlesque-Kurse besucht.
S: Du verbringst viel Zeit in den USA und in Mexiko-Stadt, wo du geboren wurdest. Denkst du manchmal darüber nach, wieder nach Amerika zurückzuziehen, um dort deine Musikkarriere voranzutreiben?
MB: Ich würde das „Slut-Evangelium“ liebend gerne in den USA und Lateinamerika verbreiten. Aber zuerst erobern wir Europa.
S: Hat deine Kindheit in Texas oder deine familiären Wurzeln in Mexiko deine Musik in irgendeiner Weise geprägt? Zum Beispiel durch Latin-Beats oder Country-Musik?
MB: Ich glaube, das hat den frechen Ton und den knackigen Hintern beeinflusst.
S: Wolltest du schon immer Techno-Musik machen, oder hast du dich auch anderen Genres zugewandt?
MB: Ich würde super gerne „Sad Girl“-Musik machen, denn eigentlich habe ich jede Menge Gefühle. Ich bin echt so eine traurige Schlampe.
Bild mit freundlicher Genehmigung von Miss Bashful.
S: Du bezeichnest einen deiner Songs als “Slut-Klassiker”. Welche anderen Slut-Klassiker haben deine Musik inspiriert?
MB: Britney Spears und das Musical „Chicago“ haben mich definitiv beeinflusst.
S: Du arbeitest auch viel mit anderen Künstlern zusammen, wie zum Beispiel DBBD, und mit weiteren Künstlern, um deine Musikvideos und Werbegrafiken zu gestalten. Welche Persönlichkeitsmerkmale bzw. Fähigkeiten suchst du bei einem Kooperationspartner?
MB: Verspieltheit, Offenheit und eine lockere, fröhliche Atmosphäre. Es darf sich nicht wie Arbeit anfühlen, sonst drehe ich durch.
S: Was gefällt dir am Produktionsprozess am besten?
MB: Ich liebe alles daran, aber das Endergebnis zu sehen, nachdem man alles zusammengefügt hat, ist ein so wunderschöner Moment. Das ist wirklich befriedigend.
S: Arbeitest du derzeit an etwas Neuem? Was können deine Fans in den kommenden Wochen erwarten?
MB: Bald erscheint mein neues Album mit DBBD. Kleiner Tipp: ES HEISST „SHORT KING SPRING“