Anderssein Podcast Folge 51 Maryam Zaree

Meine Schauspielkollegin, die Autorin und Regisseurin Maryam Zaree, war schon lange eine absolute Wunschgästin für anderssein. Sie stand als dritter Name auf meiner Liste, als ich die Idee zu meinem Podcast entwickelte. Ich bin nicht nur Fan ihrer Schauspielkunst, sondern vor allem bewundere ich ihre klare politische Haltung. Auf der Berlinale im Jahre 2020, nach den Anschlägen von Hanau im Februar 2020, setzte sie für mich – gemeinsam mit anderen Kollegen – auf dem roten Teppich das klarste Zeichen gegen Rassismus, für Solidarität mit den Opfern und Angehörigen. Nach der Schweigeminute auf dem roten Teppich sagte sie: “Die Aktion stand in Solidarität mit den Opfern, die in Hanau erschossen worden sind – aufgrund einer rassistischen, rechtsextremen Motivation. Das ist für uns unerträglich. Das ist die vierte Aktion in einem Jahr: Walter Lübcke, der Anschlag in Halle, aber auch die immer noch unaufgeklärten Taten des NSU, das steht in einer Tradition, und wir können das so nicht stehen lassen. Uns ist nicht zum Feiern zumute. Wir sind eine Gruppe von unterschiedlichsten Filmemacher:innen, Schauspieler:innen und Autor:innen, die selbst People of Color sind, die selbst mit Rassismus Erfahrungen haben, und wir hoffen, dass in einer großen, breiten Solidarität auch von der Mehrheitsgesellschaft endlich wahrgenommen wird, dass wir uns positionieren müssen. Jeden Tag.“

Sechs Jahre lang arbeitete sie an ihrem Film “Born in Evin”. Sie ist in einem berüchtigten, iranischen politischen Gefängnis zur Welt gekommen. Noch nie hatte sie mit ihrer Mama über diese Zeit gesprochen und begibt sich mit dem Film auf Spurensuche. Für “Born in Evin” bekam sie – unter anderem-  den Filmpreis und den hessischen Filmpreis als bester Dokumentarfilm.

Der Film “Born in Evin” wird bald im ZDF gezeigt und ist dann auch in der ZDF Mediathek abrufbar.