Die Begegnung mit Hanna Lakomy alias Salomé Balthus war herzlich und voller Sympathie. Ein zartes Wesen mit großen Augen stand vor mir, als ich die Tür öffnete. Hanna, geboren in Ost-Berlin, kommt aus einem behüteten und prominenten Elternhaus. Ihre Eltern, Reinhard Lakomy und Monika Erhardt, sind die Erfinder des “Traumzauberbaums” – einer Geschichtenlieder-Produktion für Kinder, die sich über 4 Millionen mal verkaufte. Hanna studierte Philosophie und da sie kein BAföG bekam, jobbte sie erst als Aktmodel, dann als Edelprostituierte und nannte sich Salomé Balthus. “Ich hatte keine Lust auf ein Doppelleben und habe meinem engeren Umfeld sofort von meinem Job als Prostituierte erzählt. Ich hatte keine Lust, mich erpressbar zu machen.” 2016 gründete sie die Plattform “Hetaera“, um für sich und ihre Kolleginnen den Arbeitsplatz zu schaffen, den sie schon immer selbst haben wollte. Sie verzichtet auf Provision und alle Prostituierten teilen sich die Kosten für die Plattform. Durch die Gründung von Hetaera erfolgte auch ihr öffentliches Outing. Salomé Balthus schreibt seit 2018 regelmäßig für Zeitungen, z.B. ihre Kolumne “Nachtgesichter”, eine Porträt-Reihe über Berlin. Ein Gespräch über die Selbstbestimmung der Frau, ihr erstes Mal als Prostituierte, ihre große Liebe Florian und ihr Engagement gegen die Stigmatisierung von Sexarbeit. Die perfekte Folge zum internationalen Weltfrauentag!