“Die Tödin”: Valérie Favre im SLEEK Art Space – Zwischen Leben, Leinwand und Endlichkeit

Valerie Favre mit ihrem Schweizer Galeristen Peter Kilchmann in ihrer Ausstellung "Die Tödin".

Mit einem leisen, aber eindringlichen Auftakt eröffnete der SLEEK Art Space zum Gallery-Weekend die Ausstellung “Die Tödin” von Valérie Favre. Die Schau versammelt Werke aus über zwei Jahrzehnten, die sich mit der weiblichen Figur des Todes beschäftigen – einem Bild, das in vielen Sprachen und Kulturen längst verankert ist, in der Kunst aber selten so sensibel und kraftvoll verhandelt wurde wie bei der französisch-schweizerischen Künstlerin.

Christian Bracht mit Sammler Prof. Uli Seibert zum Gallery-Weekend.

Favre, geboren 1959 in der Schweiz, ist keine Unbekannte. Als Malerin, Denkerin und Professorin an der Berliner Universität der Künste (UdK) gehört sie zu den festen Größe der international bedeutenden Kunstszene. In ihren Tuschearbeiten und kleinformatigen Gemälden verbindet sie persönliche Zeitzeugenschaft mit großer Kunstgeschichte – mal tritt Goya auf, mal Werner Herzog oder Man Ray. Die Knochenwesen, die sich durch ihr Werk ziehen, sind keine Geister der Vergangenheit, sondern Spiegel einer Gegenwart voller Unsicherheit, Umbruch und Fragilität.

Der internationale Kurator Sebastian C. Strenger im Gespräch mit Künstlerin Valerie Favre im SLEEK Art Space.

Carina Plath vom Sprengel- Museum mit der Künstlerin Valerie Favre in die "Tödin".

Die von Sebastian C. Strenger kuratierte Ausstellung wurde gleich zur Eröffnung von bekannten Namen besucht: u.a. Carina Plath vom Sprengel Museum, Santiago Rumney-Guggenheim, Urenkel der legendären Peggy Guggenheim, sowie Galeristen wie Peter Kilchmann aus Zürich und Aeneas Bastian von der Berliner Galerie Bastian. Auch die Kommunale Galerie Pankow war mit Annette Tietz vertreten, ebenso wie Sammlungsleitung der UdK, Frau von der Schulenburg – eine Eröffnung, wie sie dem Werk von Favre angemessen ist.

Santiago Rumney-Guggenheim, Urenkel von Peggy Guggenheim, zu Gast bei "Die Tödin" von Valerie Favre im SLEEK Art Space.

“Meine Welt ist geschlechtslos,” sagt die Künstlerin selbst im aktuellen SLEEK-Interview. Und doch hat sie mit der “Tödin” eine Figur geschaffen, die gerade durch ihren weiblichen Blick auf die Endlichkeit eine neue Tiefe gewinnt. Zwischen Bedrohung, Bannung und Beherrschung entsteht ein Theater der Malerei, das gleichermaßen melancholisch und hellwach ist.

Die Ausstellung “Die Tödin” ist noch bis Mitte Juni im SLEEK Artspace zu sehen. Wer sich der Frage stellen will, was bleibt – und was verschwindet –, findet hier Antworten in Bildern, die noch lange nachhallen.