SAVE THE DATE: Am 8. März 2027 heiraten wir uns selbst

Photography by JORINDE GERSINA

SLEEK plant ein großes Projekt zur Sologamie. Warum Selbstliebe kein Lifestyle-Trend ist, sondern ein kulturelles Statement – und warum der Weltfrauentag der richtige Moment dafür ist.

Es gibt Ideen, die man erst belächelt, dann versteht, und dann nicht mehr loslassen kann. Die Sologamie ist so eine Idee.

Sich selbst zu heiraten – mit Kleid, Ring, Gelübde, Torte – klingt auf den ersten Blick nach dem konsequentesten Ausdruck einer narzisstischen Gegenwart. Auf den zweiten Blick ist es etwas anderes: ein Ritual, das den Moment markiert, in dem eine Frau aufhört, ihre Liebe an eine Bedingung zu knüpfen. Keine Warteposition mehr. Kein halbes Leben in der Erwartung, dass jemand kommt und es ganz macht.

SLEEK widmet sich diesem Thema am 8. März 2027 im Rahmen eines großen redaktionellen Projekts. Die Idee dazu stammt von Sidney Gersina. Ein Jahr im Voraus sagen wir es, weil es Zeit braucht – Zeit, die Idee wachsen zu lassen, zu diskutieren, zu hinterfragen. Und weil wir glauben, dass der 8. März mehr sein kann als nur ein Datum auf dem Kalender.

Den Weltfrauentag neu laden

Der 8. März ist ein Tag mit Geschichte. Einer Geschichte aus Streik, Forderung, Widerstand. Diese Geschichte ist wichtig. Aber sie allein reicht nicht mehr, um die Komplexität dessen zu fassen, wo Frauen heute stehen – zwischen struktureller Benachteiligung und neuen Freiheiten, zwischen politischem Bewusstsein und persönlicher Erschöpfung, zwischen dem Wissen, was sie wollen, und dem System, das es ihnen schwer macht.

Was wäre, wenn der 8. März auch Raum für etwas anderes öffnet? Nicht statt des Kampfes, sondern neben ihm. Ein Fest. Ein Ritual. Ein Moment, in dem man sich selbst in den Mittelpunkt stellt – nicht als Geste der Isolation, sondern als Akt der Selbstbestimmung.

Die Sologamie ist dafür ein starkes Bild. Sie macht sichtbar, was Selbstliebe oft nicht ist: kein Bad mit Rosenblättern, kein Wellness-Wochenende, kein positives Affirmieren vor dem Spiegel. Sondern eine Entscheidung. Eine Verpflichtung. Das Versprechen, sich selbst gegenüber ehrlich, fürsorglich und loyal zu sein – unabhängig davon, ob daneben jemand steht.

Warum jetzt

Wir erleben gerade eine merkwürdige kulturelle Gleichzeitigkeit: Die romantische Sehnsucht ist ungebrochen, gleichzeitig hinterfragen immer mehr Frauen, auf welchen Grundlagen Beziehungen gebaut werden – und welche Anteile ihrer selbst sie dabei zurückgelassen haben. Der sogenannte „Krieg der Geschlechter” ist kein Kulturkampf, er ist das Symptom einer ungelösten Frage: Wie sieht eine Liebeskultur aus, die nicht auf alten Machtasymmetrien basiert?

Die Antwort beginnt nicht mit dem anderen. Sie beginnt mit sich.

Was SLEEK vorhat

Am 8. März 2027 werden wir ein Event zelebrieren, das die Sologamie als das begreift, was sie ist: ein zeitgenössisches Ritual mit kultureller Wucht, das weit über die Nische hinausweist.

Mehr dazu in einem Jahr.

Bis dahin: Save the Date. 08 · 03 · 2027.