
Der schwarze Vorhang an einem Fenster des Künstlerhauses Bethanien lädt das Publikum dazu ein, die Galerie zu betreten – ähnlich wie beim Überschreiten einer Schwelle in ein Theater. Und im Falle dieser konkreten Ausstellung ist ein Bezug zum Theater eine passende Assoziation, oder vielleicht, um es genauer zu sagen, zum “Theater der Gesten”.
Assaf Grubers Einzelausstellung “That Would be Telling” zielt darauf ab, die Grenzen der Bildhauerei zu überwinden und gleichzeitig zu ihren Ursprüngen zurückzukehren – der Geste. Ausgangspunkt für diese Ausstellung war eine Serie aus dem Jahr 2004 mit dem Titel “Studies in Sculpture”, deren Werke auf Filmmaterial aus bekannten Kinoproduktionen der 1970er und 1980er Jahre basierten.
In Grubers Werk schneidet und bearbeitet er Szenen aus Filmen und fügt dabei die Wiederholung einer Handlung hinzu, die immer wieder vor sich geht. Dadurch regt er das Publikum dazu an, den Film eher als Skulptur denn in seiner ursprünglichen Form als Film zu betrachten.
Gruber nutzt Film nicht nur als Medium, sondern auch als Material; er formt und bearbeitet ihn wie ein Bildhauer, bis die Werke in sich geschlossen sind. Er verwandelt ihre Virtualität in eine physische Struktur und schafft Objekte aus etwas, das von Natur aus eine flache Oberfläche ist, wodurch er einen Dialog zwischen dem Publikum und den umgebenden Objekten herstellt. Er versetzt sie in ungewohnte Situationen und schafft einen Sockel aus Erinnerungen, auf dem kollektive Geschichte und persönliche Erinnerungen aufeinanderprallen.
Text von Weronika Trojanska
Assaf Gruber “That Would Be Telling” bei Künstlerhaus Bethanien