
Am Samstag fand die Eröffnung der Ausstellung “Helmut Newton: World Without Men/Archives de Nuit François-Marie Banier: Portraits” statt – der neuesten Ausstellung im Berliner Museum für Fotografie. Zum ersten Mal wird Newtons Buch “World Without Men” (erschienen 1984) in Form einer Ausstellung präsentiert. Das Buch, Newtons viertes, zeigt seine Sammlung von Auftragsarbeiten im Bereich der Modefotografie für Zeitschriften und Modehäuser. Die typisch luxuriösen, opulenten und verführerischen Fotografien spielen in den Straßen von Paris, an den Stränden von Saint-Tropez, in Los Angeles, Mailand, Berlin und London zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren. Jedes einzelne Foto aus dem Buch ist an den Wänden aufgehängt – ein krasser Gegensatz zur vorherigen, eher spärlich bestückten Ausstellung: “Ich wusste, man würde mich fragen, warum ich bestimmte Fotos ausgewählt und andere weggelassen habe. Also habe ich sie alle ausgewählt. Die Wände sind sehr voll, aber warum auch nicht?”, so June Newton, Helmuts Ehefrau und Präsidentin der Helmut-Newton-Stiftung.
Die Buchausstellung wird begleitet von “Archives de Nuit”, einem Ausstellungsprojekt und einer begleitenden Publikation von Helmut Newton, das 1992 in Paris erstmals präsentiert wurde. Die Schwarz-Weiß-Fotografien enthalten kein einziges Modefoto, was beweist, dass seine fotografischen Themen und Motive über die Modewelt hinausgingen: Zu sehen sind eine stillgelegte Seifenfabrik, Urinale, schmutzige Hotelwäsche, verlassene Gebäude, Flugzeuge und Kathedralen.
Darüber hinaus lud June Newton den französischen Fotografen und Autor François-Marie Banier ein, mehr als 30 seiner Fotografien in “June’s Room” auszustellen. Hier können wir die Ergebnisse eines äußerst gut vernetzten und talentierten Porträtfotografen bewundern: Zu den Porträts gehören Johnny Depp, Andy Warhol, Königin Elizabeth II. und Woody Allen. “Es ist die kleinste Ausstellung, die ich je gemacht habe, aber sie ist wunderbar. Mir gefällt, was June auf die Beine gestellt hat.” Die äußerst berühmten Porträtierten wirken ganz ungezwungen – “Ich bin nicht konventionell, man sieht die Prominenten so, wie sie wirklich sind”, erklärt Banier mit starkem französischen Akzent.
“Helmut Newton: World Without Men/Archives de Nuit François-Marie Banier: Porträts”
Bis zum 19. Mai 2013
Museum für Fotografie
Helmut-Newton-Stiftung