Was passiert, wenn man in etwas richtig gut ist und trotzdem noch einmal ganz von vorne anfangen will? Sophie Alisch Sie war im Boxsport ungeschlagen, als sie sich plötzlich für eine neue Karriere auf dem Rennrad entschied.
In dieser Folge von SLEEK SPEAKS, spricht sie mit Verlag Christian Bracht über Ehrgeiz, Disziplin, die Beziehung zum eigenen Körper und ihren Traum von den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles.
CHRISTIAN BRACHT Wenn du morgens aufwachst: Bist du inzwischen Radfahrerin oder noch eine Boxerin auf einem Fahrrad?
SOPHIE ALISCH Durch und durch Radfahrerin. Allein schon durch meine Routine. Ich fühle mich durch und durch als Radfahrerin.
CB Du warst als Boxerin unglaublich erfolgreich. Warum hast du trotzdem aufgehört?
SA Ich habe wochenlang darüber nachgedacht und schlaflose Nächte verbracht. Ich habe ein sicheres Zuhause verlassen, ein Umfeld, das ich seit elf Jahren kannte, und einen Vertrag, der mir Sicherheit gab. Irgendwann wurde mir klar: Das macht dich nicht mehr glücklich. Der Radsport hat mich so gepackt. Ich liebe Geschwindigkeit, Adrenalin und das Gefühl, kraftvoll zu sein. Ich wollte wissen, wie weit ich kommen kann.
CB Damals wurdest du sogar schon mit 14 U19-Meisterin…
SA Ich war körperlich sehr stark. Gerade am Anfang konnte ich gegen erfahrenere, technisch bessere Gegnerinnen vieles mit meiner Physis ausgleichen. Gleichzeitig hatte ich damals noch nicht das Selbstbewusstsein, das ich heute habe. Die Menschen in meinem Umfeld haben mir oft mehr zugetraut als ich mir selbst.
CB Was hast du im Ring über dich selbst gelernt?
SA Vor allem muss man immer einen kühlen Kopf bewahren. Im Ring geht es heiß her, da darf man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ich war immer schwer zu treffen. Viele können gar nicht glauben, dass ich in meiner gesamten Boxkarriere noch nie Nasenbluten hatte … und auch keine Gehirnerschütterung.
CB Jetzt fängst du in einer neuen Sportart wieder ganz von vorne an. Wie gehst du damit um?
SA Ich hasse es, zu verlieren. Aber ich bringe mentale Stärke aus dem Boxsport mit. Vier, fünf oder sechs Stunden allein auf dem Rad zu trainieren, auch wenn niemand zusieht – das liegt mir. Das technische Können muss ich erst noch lernen. Aber dieses Feuer in dir kann man niemandem einfach beibringen.
CB Und wenn es mit den Olympischen Spielen 2028 nicht klappt – war der Wechsel dann trotzdem richtig?
SA Auf jeden Fall. Ich würde meine Karriere erst dann beenden, wenn ich alle Ziele erreicht habe, die ich mir gesetzt habe.
(…)
Das gesamte Gespräch, diesen Sonntag, den 01.11., um 13 Uhr auf Sunshine Live und jetzt auch als Video-Podcast auf YouTube.
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