Die „Impact Review“: Optimismus

Ich mache mir oft Gedanken über, wie die Zukunft wohl aussehen wird. Ich bin nämlich von Natur aus ein Pessimist. Aber: Neues Jahr (ja, auch der Februar zählt noch), neues Ich und neue Vorsätze: Ich werde optimistisch sein. 

Trotz der großen Begeisterung, die ich bei der Konzeption meiner Kolumne „The Impact Review“ empfand bzw. empfinde (herzlich willkommen; danke, danke), habe ich eine Weile hin und her überlegt, wie ich den Startschuss geben könnte. Dann hatte ich sozusagen eine Erleuchtung, wie es oft nach einem Moment des Grübelns aufgrund einer Schreibblockade der Fall ist. Typischerweise kam diese Erleuchtung etwas verspätet, aber wie man so schön sagt: Besser spät als nie. 

Ich hatte meine Mutter in Suburbia besucht und eilte durch die Stadt, um einen Zug zu erwischen, der bald abfahren sollte. Die Sonne streichelte meinen Nacken, in der Ferne waren junge Vögel und Kleinflugzeuge zu hören (ich verspüre immer eine seltsame Nostalgie, wenn ich dieses Geräusch höre, und frage mich, warum, da ich noch nie mit einem Kleinflugzeug geflogen bin), und die Luft roch warm. Dieses optimistische ‘Der Frühling ist da’-Gefühl war mit allen Sinnen spürbar. (Normalerweise würde ich jetzt vielleicht etwas in der Art von „Frühling … zu früh … globale Erwärmung …“ hinzufügen, aber ich lasse es).    

Es muss schon etwa ein halbes Jahrzehnt her sein, seit ich diese bestimmte Strecke zuletzt gegangen bin. Wo einst die bekannte Modekette ‘New Look’ ansässig war, befand sich nun ein neues Geschäft namens ‘Zero’ – ein Bildungs- und Gemeinschaftsraum, der sich dafür einsetzt, lokale, von der Gemeinschaft getragene Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben. Ich ging zügig weiter und nickte im Takt von Madcon mit: “Streck deine liebevolle Hand aus, Schatz,”, wobei ich die Ampel um Sekunden verpasste. Ich drückte wiederholt auf den Knopf und bemerkte dabei einen “Extinction Rebellion”-Aufkleber am Mast. Während ich mich mit dem Warten abfand – zwar genervt, aber dennoch lächelnd –, brauste ein elektrischer Doppeldeckerbus vorbei. An seiner Seite stand: „Nächster Halt: Nachhaltigkeit.“ 

Es war nicht der richtige Zeitpunkt, um mich mit den Einzelheiten der Behauptungen des Omnibusses auseinanderzusetzen – ich hatte sieben Minuten Zeit, um neun zu Fuß zurückzulegen und eine Fahrkarte zu kaufen. Doch die Kombination aus dem Anblick von ’Zero‘, dem Aufkleber und dem Elektrobus unter dem blauen Osterhimmel ließ mich vor Freude einen kleinen Sprung machen. Es gibt zahlreiche Initiativen – von denen ich einige in dieser Serie vorstellen werde –, die Anlass zur Hoffnung geben. 

Ich denke, die Moral meiner etwas langatmigen Geschichte ist, dass es in Bezug auf den Klimaschutz viel gibt, worüber man optimistisch sein kann. Wie Suzanne Lee, Mitbegründerin von BioFabricate (schaut mal nach), mir kürzlich sagte: “Das ist erst der Anfang.” Vielleicht können wir das Ganze ein bisschen ‘kolumnistischer’ angehen. Ich lasse meine innere Carrie Bradshaw sprechen. Sex and the CC (Klimakrise). ‘Ich musste mich einfach fragen: Ist das erst der Anfang entschlossener Maßnahmen gegen den Klimawandel?’ 

Dieser Geist bildet die Grundlage der Reihe ‘The Impact Review’, die spannende, neuartige und bisher unbekannte Perspektiven, Innovationen und Gespräche aus der Modewelt und darüber hinaus vorstellen wird. Diese Kolumne soll kurz, knackig und zweifellos optimistisch sein und euch (hoffentlich) über die Entwicklungen informieren und inspirieren, die den Weg für eine bessere Zukunft ebnen. Alle zwei Wochen gibt es hier Denkanstöße. Und übrigens: Ich habe den Zug noch erwischt!