
Thomas Wågströms aktuelle Einzelausstellung ‘Point Zero“ in der Berliner Galerie Schwedische Fotografie ist eine Auseinandersetzung mit der Suche des Menschen nach Identität. Insbesondere Thomas Wågströms Serie “Boxers” ist eine einfühlsame und sogar sinnliche Auseinandersetzung mit den Sehnsüchten und Bestrebungen, die in den Porträts zum Ausdruck kommen. Der Fotograf interessierte sich nicht unbedingt für das Boxen als Sport oder für die im Ring aufgeführte Choreografie, sondern vielmehr für die ästhetische Darstellung einer feierlichen Suche nach Identität und Männlichkeit, wie sie in Boxclubs zu finden ist. Diese Männer, die Stunden damit verbringen, in der abgeschiedenen Umgebung des Boxclubs einzuschließen, sehen im Boxen mehr als nur einen Sport. Für sie ist es eine Lebensweise – eine, die Struktur in ihren Alltag bringt und ihnen Stabilität und Klarheit verleiht.
Doch trotz einer fast greifbaren, asketischen Männlichkeit wirken Wågströms Porträts weder hart noch dokumentarisch; vielmehr strahlen sie eine anmutige Sanftheit aus. Seine oft düsteren Bilder zeugen eindrucksvoll vom körperlichen, aber auch vom seelischen Kampf, vom Ringen mit den eigenen Dämonen.
‘Swedish Photography“ präsentiert Bilder aus fünf Serien von Wågström, die meisten davon aus ”Boxers“ und ”Slaget Noll/The Zero Moment“.
Bis zum 14. Juli 2012.