Prabhakar Kamble, „Taloi Havini“, Ausstellungsansicht, 12. Berlin-Biennale, Akademie der Künste, Pariser Platz, 11.6.–18.9.2022. Foto: dotgain.info.
Alle zwei Jahre versammeln sich internationale Künstler, Theoretiker und Praktiker in Berlin zur dortigen Biennale. Sie setzen sich mit politischen Rahmenbedingungen auseinander und brechen diese schließlich auf, die Berliner Biennale nutzt Kunst als Mittel, um drängende Fragen der Gegenwart anzusprechen, und lädt das Publikum gleichzeitig dazu ein, sich an vielfältigen Dialogen und multikulturellen Austauschprozessen zu beteiligen. Die diesjährige Biennale ‘STILL PRESENT’, die vom 11. Juni bis zum 18. September 2022 stattfindet, wird kuratiert von Kader Attia und setzt sich anhand zeitgenössischer Kunst und kritischer Diskussionen mit Themen wie Dekolonialisierung und Wiedergutmachung auseinander, um Wege zu finden, wie wir uns um das Hier und Jetzt kümmern können.
Die 12. Berlin-Biennale erstreckt sich über drei Monate und findet in einer Reihe bedeutender teilnehmender Galerien und Museen in Berlin statt, darunter KW Institut für zeitgenössische Kunst, Hamburger Bahnhof, Akademie der Künste, Stasi-Hauptquartier und Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt. Mit einem abwechslungsreichen öffentlichen Programm setzt sich die Biennale mit der Vielfalt der heutigen zeitgenössischen Kunst auseinander.
Mayuri Chari, Deneth Piumakshi Veda Arachchige, Ausstellungsansicht, 12. Berlin Biennale, KW Institut für zeitgenössische Kunst, 11.06.–18.09.2022. Foto: Silke Briel.
In dem Bestreben, das Raum- und Zeitgefühl durch Kunst zu verändern, hat der multidisziplinäre Künstler Myriam El Haïk wird eine rituelle Performance mit einer großformatigen Wandzeichnung und der Originalkomposition für Klavier ‘PLEASE PATTERNS’ präsentieren. Haïks Performance, die darauf abzielt, die Wahrnehmung der Betrachter zu verändern, vereint Klang, Performance, Ritual und Zeichnung. Unterdessen, Zuzanna Hertzberg’Ihre Performance im KW Institute befasst sich mit dem individuellen und kollektiven Widerstand von Frauen während der Shoah und versucht, historische Geschichten über den Widerstand jüdischer Frauen durch das Erzählen von Geschichten wiederzubeleben. Neben thematischen Führungen, Workshops, Performances und Filmvorführungen wird im Rahmen einer Vortragsreihe untersucht, wie Kolonialismus und Imperialismus bis heute wirken.
Myriam El Haïk, Ausstellungsansicht, 12. Berlin Biennale, KW Institut für zeitgenössische Kunst, 11.6.–18.9.2022. Foto: Silke Briel.
‘Imperial Ecologies’ ist eine der vielen Diskussionsrunden, die im Rahmen der Biennale stattfinden. Die Konferenz beginnt am 22. Juni im Hamburger Bahnhof und beleuchtet die Umweltkrise anhand einer Untersuchung der Rolle, die Imperialismus und Industrialisierung im aktuellen Klimanotstand gespielt haben. Als dringliche und aktuelle Diskussion untersucht die Konferenz die “Bewusstseinsschwelle in dem, was man als koloniales Unbewusstes bezeichnen könnte”. Eine weitere interessante Konferenz ist Wessen „Universal“? in der Akademie der Künst am Hanseatenweg am 2. und 3. Juli. Diese Diskussion setzt sich kritisch mit Themen wie Rasse, westlicher Erkenntnistheorie, Kapitalismus, Krieg, Machtstrukturen und ästhetischen Wertmaßstäben auseinander, um einen gesellschaftlichen Dialog anzustoßen und die wenig beachtete Verbindung zwischen Siedlerkolonialismus und Faschismus zu beleuchten.
Đào Châu Hải, Ausstellungsansicht, 12. Berlin-Biennale, Akademie der Künste, Hanseatenweg, 11.06.–18.09.2022. Foto: dotgain.info
Die 12. Berlin-Biennale findet vom 11. Juni bis zum 18. September 2022 statt. Das vollständige Programm finden Sie unter 12.berlinbiennale.de.