An einem eisigen Berliner Morgen am 26. Januar fand ein umfangreicher Produktions- und Shootingtag für YOOX zur Berlin Fashion Week statt. Der führende italienische Online-Händler steht für langlebige Mode sowie für Design- und Kunstobjekte. Das Sortiment umfasst weltweit bekannte Marken und konzentriert sich auf zeitgenössische, nachhaltig produzierte Mode. Der Produktkatalog bietet eine sorgfältig kuratierte Auswahl an hochwertiger Kleidung, Schuhen und Accessoires bekannter Designer, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf reduzierten Luxusstücken liegt.
Im Mittelpunkt des Shootings standen drei Talente, deren Präsenz und Selbstbewusstsein die ausgewählten Looks zum Leben erweckten.
Balbina ist eine deutsche Sängerin und Komponistin. Ihre Musik ist emotional und tief introspektiv. Für sie muss Kunst brutal ehrlich sein, um einem persönlichen Zweck zu dienen. In dem Moment, in dem sie Musik macht, kann sich ihre innere Welt nach außen wenden.
“Ich glaube, die Musik wurde für mich schon sehr früh zu einer Ausdrucksform, zu einem Weg, zu verstehen, was in mir vorgeht, weil ich so viele Gedanken im Kopf habe.”
Sie versteht Mode auch als Ausdruck von Form und Haltung. Ihren eigenen Stil beschreibt sie als detailorientiert, skulptural, fast geometrisch. In Berlin aufgewachsen, ist es eine gewisse Härte, die sie inspiriert - denn innerhalb dieser Härte gibt es unzählige Nuancen, die auch etwas Weiches entstehen lassen.
“Mode und Musik haben vor allem eines gemeinsam: Ihr Design ist völlig grenzenlos. Und wenn ich grenzenlos sage, dann meine ich das auch so - denn in der Mode kann ich mir alles vorstellen. Mode ist für mich wie eine zweite Haut, die man selbst gestalten und beeinflussen kann. Sie gibt mir ein Gefühl von Unabhängigkeit, Selbstvertrauen und Kreativität.“
Nachhaltigkeit spielt für sie eine große Rolle, wenn es um Mode geht - sie entscheidet sich bewusst für Stücke, die man lange tragen kann. Ihre TikTok-Videos zeigen, wie man sich eine Garderobe zusammenstellt, die man über die Jahre immer wieder neu kombinieren kann. Sie liebt zeitlose, aufwändig gefertigte Designerstücke und findet diese oft zu unschlagbaren Preisen auf Plattformen wie YOOX oder sogar auf Flohmärkten. Überall, wo sie hinschaut, sieht sie Möglichkeiten, High Fashion zu einem fairen Preis zu erwerben.
“Ich wünschte, mehr Menschen hätten das Bewusstsein, dass es sich lohnt, ein einziges tolles Stück zu einem guten Preis zu finden, anstatt zehn billig und respektlos produzierte zu kaufen.”
Photography by @mclareren
Kristian Schuller präsentiert die Looks vor der Kamera mit Selbstbewusstsein und körperlicher Intensität. Als renommierter Modefotograf steht er normalerweise hinter der Linse. Diesmal wechselt er die Perspektive. Was ihn an der Mode schon immer fasziniert hat, ist die Fähigkeit, sie zu verkörpern - sich dessen bewusst zu sein, was man trägt. Rückblickend stellt er fest, dass sich sein Blickwinkel im Laufe der Jahre deutlich verschoben hat: Was während des Studiums noch wesentlich erschien, verlor nach und nach an Bedeutung. Die Person vor der Kamera rückte in den Mittelpunkt - die Kleidung hat die Funktion, den Charakter zu unterstreichen.
„Als Fotograf liegt der Fokus normalerweise auf den anderen. Und jetzt trage ich diesen Mix aus Yamamoto und Balenciaga und plötzlich merke ich wieder - wow, das ist flippig, das macht Spaß. „Ich hatte völlig vergessen, wie viel Spaß es macht, sich modisch zu kleiden und damit natürlich auch die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.”
Für ihn geht Nachhaltigkeit weit über Mode hinaus. Alles ist endlich - von unserem eigenen Körper bis hin zu unseren Lebensräumen und der Umwelt, in der wir leben. Wer im Kleinen Verantwortung übernimmt, kann diese Denkweise auf größere Zusammenhänge übertragen. In der Mode geht es bei der Nachhaltigkeit also nicht nur um die Wiederbelebung vergangener Kollektionen oder das Denken aus zweiter Hand. Was wirklich zählt, ist die Qualität eines Kleidungsstücks: Gut gemachte Stücke werden jahrelang getragen und weitergegeben. Gleichzeitig darf Nachhaltigkeit nicht zu einer Frage des Privilegs werden. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen ökologischer Verantwortung, Zugänglichkeit und Demokratisierung der Mode herzustellen.
„Alles, was ich sagen kann, ist: Mach es, hab Spaß, sei kreativ sein und alles geben - nur nicht leichtsinnig sein. Du kannst darüber nachdenken, was du tust. Ja, wir haben das Recht, uns auszudrücken, wirklich unseren eigenen Weg zu gehen, aber niemals auf Kosten eines anderen“.“
Photography by @mclareren
Jeanna Krichel ist Stylistin, Moderedakteurin und Kreativdirektorin. Sie beschreibt ihren eigenen Stil als mutig, stark und voluminös. Ihre Inspiration, sowohl für ihren persönlichen Stil als auch für ihre Arbeit, kommt von Kunst, Farbe und skulpturalen Elementen, denen sie auf der Straße und im Alltag begegnet.
„Berlin bedeutet für mich in Bezug auf Mode Freiheit, die Idee, dass jeder so sein kann, wie er will, und tragen kann, was er will, ohne dass sich jemand anderes darum kümmert. Für mich ist es wichtig, dass jeder seinen eigenen Stil verfolgt und ihn mit echtem Selbstbewusstsein trägt.”
Für Jeanna bedeutet gutes Styling, auf die Person einzugehen, die die Kleidung trägt. Wie extrem ein Look auch sein mag, der Träger sollte natürlich und nicht verkleidet wirken - niemand sollte sich verstellen oder etwas vorspielen müssen.
“Ich finde, man kann Gefühle und Stimmungen unglaublich gut durch Kleidung ausdrücken. Das ist die Verspieltheit, die ich so sehr liebe. Mode ist natürlich nicht überlebenswichtig - aber wir alle lieben sie, weil sie Spaß macht und das Leben bereichert. Deshalb sollte man alles gesund halten und so nachhaltig wie möglich sein.”
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Photography by @mclareren
CREDITS
Fotografie von Lara Schles
Fotografische Assistenz von Julia Damaris Wilhelm
Kreative Produktion von Nina Maria Dahms, Johanna Erdl
Styling von Lena Lauer
Make-up von Emina Cviko
Haare von Safak Ünlü
Talente Balbina, Kristian Schuller, Jeanna Krichel