Anne Imhof. "Romeo", 2025, Öl auf Leinwand. Bild mit freundlicher Genehmigung der Galerie Buchholz.
Es ist Galerie-Wochenende Saison! Damit Sie sich nicht vom diesjährigen Programm des Gallery Weekend überfordern lassen und Zeit sparen, haben wir unsere Favoriten für Sie handverlesen. Entdecken Sie stattdessen unseren exklusiven Leitfaden mit den besten Tipps für ein Wochenende voller Kunst.
Anne Imhofs vierte Einzelausstellung in der Galerie Buchholz, Kalte Hoffnung, zeigt neue großformatige Ölgemälde, die auf Filmstills basieren, die sie vom Bildschirm fotografiert hat, wodurch Moiré-Effekte entstehen, die die Originalbilder verwischen und verzerren. Diese Bilder durchlaufen eine mehrstufige Transformation – sie werden im Atelier digital bearbeitet, bevor sie gemalt werden –, was zu einer Verschiebung hin zur Abstraktion und zu veränderten Betrachtungsweisen führt. Entstanden parallel zu ihrer jüngsten Performance Doom – Haus der Hoffnung, das in der New Yorker Park Avenue Armory uraufgeführt wurde, bilden die Gemälde ein visuelles Pendant zu dieser epischen Inszenierung, die sich auf fragmentierte Erzählstränge, Originalmusik und klassisches Ballett stützt. Die geisterhaften Figuren und Posen in Kalte Hoffnung Sie wecken Assoziationen zur Filmkunst und Kunstgeschichte und schaffen so zeitlose und zugleich emotionsgeladene Bildkompositionen.
Fasanenstraße 30, 10719 Berlin
Galerie Bastian, Wim Wenders, China I, 2019, 2025. © Wenders Images, mit freundlicher Genehmigung der Galerie Bastian.
Wim Wenders, dessen Kultfilme wie Paris, Texas und Der amerikanische Freund die mit ihrer poetischen Langsamkeit das filmische Erzählen neu definiert haben, kehren nun zurück mit Perfekte Tage—eine leuchtende Meditation über Zeit, Raum und die stillen Rhythmen des Alltags. Seine Fotografie, die von chinesischen Megastädten bis hin zu weiten ländlichen Landschaften reicht, fängt die Stille mit der Schwere unsichtbarer Erzählungen ein, in denen Menschen wie flüchtige Gedanken aufblitzen und urbane Momente den Atem anhalten. Im Gegensatz dazu ruft seine Waldserie eine mystische Ruhe hervor und vermittelt jene tiefe, uralte Stille, in der Goethe einst schrieb und in der das Licht zur Erinnerung wird, bevor es verschwindet.
Taylorstraße 1, 14195 Berlin
Bild mit freundlicher Genehmigung von Awen.
Awen lädt Sie anlässlich des Gallery Weekend Berlin zur Ausstellung „Momento“ von Gabriella Furno mit den Gastkünstlern Osman Özel und Yağmur Kural ein.
Eine Auseinandersetzung mit Bewegung, Emotion und Identität durch Malerei, Skulptur und Fotografie. Besuchen Sie uns hoch über Berlin. Im Anschluss an das Gallery Weekend, zu sehen bis zum 31. Juli nach Vereinbarung.
Strausberger Platz 19, 10243 Berlin
Monica Bonvicini. "Hard Nosed", 2025, Stahl. Bild mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und von Capitain Petzel.
Kapitän Petzel — Monica Bonvicini
Bei Capitain Petzel erobert Monica Bonvicini das markante, modernistische Gebäude der Galerie mit einer kühnen, skulpturalen Intervention. Bekannt für ihre politisch aufgeladenen Installationen, die sich mit Geschlechterfragen, Architektur und Kontrolle auseinandersetzen, spielt Bonvicini in ihren Arbeiten häufig mit Materialität und Maßstab. Ihre Präsentation verspricht, sowohl räumlich beeindruckend als auch intellektuell provokativ zu sein. Der dramatische Raum der Galerie verstärkt ihre Kritik mit industrieller Eleganz.
Karl-Marx-Allee 45, 10178 Berlin
Zuzanna Czebatul. "All the Charm of a Rotting Gum", 2025. Bild mit freundlicher Genehmigung von DITTRICH & SCHLECHTRIEM.
DITTRICH & SCHLECHTRIEM — Zuzanna Czebatul
Zuzanna Czebatul präsentiert bei DITTRICH & SCHLECHTRIEM ein neues Werk, das sich mit kulturellem Erbe und ornamentalen Machtstrukturen auseinandersetzt. Mit ihrer charakteristischen Mischung aus monumentalen Formen und Pop-Anklängen setzt sich Czebatul mit den Themen Autorität und Künstlichkeit auseinander. Ihr vielschichtiger Einsatz von Materialien und Referenzen lädt die Betrachter dazu ein, hinter die Oberfläche und den Glanz zu blicken. Eine dynamische Ausstellung, die Anklänge an Berlins komplexe architektonische Vergangenheit aufgreift.
Linienstr. 23, 10178 Berlin
Thomas Bayrle. "Pianta Robusta V", 2024, Acryl und FineArt-Druck auf Leinen. Bild mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und von neugerriemschneider.
neugerriemschneider — Thomas Bayrle, Olafur Eliasson & Gruppenausstellung
neugerriemschneider präsentiert in diesem Jahr ein faszinierendes Trio von Ausstellungen. Der legendäre deutsche Künstler Thomas Bayrle zeigt seine ikonischen visuellen Wiederholungen, die eine Brücke zwischen Pop, Technologie und spiritueller Symbolik schlagen. Olafur Eliasson präsentiert seine immersiven, auf die Sinne ausgerichteten Installationen, mit denen er seine Auseinandersetzung mit Licht, Wahrnehmung und ökologischem Bewusstsein fortsetzt. Ergänzt werden diese beiden Schwergewichte durch die Gruppenausstellung Advektionsbewegung, nebulöse Strömungen, die internationale Stimmen zu einer Reflexion über Bewegung, Fluss und ökologische Vernetzung zusammenbringt. Eine meisterhafte Ausstellung, die verschiedene Medien und Ideen miteinander verbindet.
Linienstr. 155, 10178 Berlin
Phung-Tien Phan. "Kartoffel", 2023, Ausstellungsansicht. Bild mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und von Schiefe Zähne.
Schiefe Zähne — Phung-Tien Phan
In der Galerie „Schiefe Zähne“ wirft Phung-Tien Phan einen intimen und humorvollen Blick auf Identität, Häuslichkeit und kulturelle Hybridität. Ihr Schaffen umfasst Video, Skulptur und Fundstücke, wobei sie häufig die Grenzen zwischen persönlicher Erzählung und allgemeiner gesellschaftlicher Kritik verwischt. Mit subtilem Humor und scharfsinniger Beobachtungsgabe schafft Phans Arbeit einen Raum der stillen Selbstreflexion inmitten der Reizüberflutung des Wochenendes. Ein Juwel in der Berliner Independent-Szene.
Potsdamer Straße 103, 10785 Berlin
Bild mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und der Heidi Gallery.
Die Galerie Heidi präsentiert eine neue Ausstellung mit Benjamin Lallier, dessen Werk sich mit den Themen Innerlichkeit und psychologischer Raum auseinandersetzt. Durch eine Mischung verschiedener Medien erforscht Lallier die Komplexität der menschlichen Psyche und lädt die Betrachter in immersive Umgebungen ein, die die Wahrnehmung von Selbst und Raum hinterfragen. Diese Ausstellung setzt Heidis Engagement fort, Künstler zu präsentieren, die sich mithilfe vielfältiger Medien mit zeitgenössischen Erzählungen auseinandersetzen.
Kurfürstenstraße 145, 10785 Berlin
Marianna Simnett. "Leda Was a Swan", 2024, Videostandbild. Bild mit freundlicher Genehmigung von Marianna Simnett und Société.
Gesellschaft — Marianna Simnett & Was suchst du? (Gruppenausstellung)
Marianna Simnetts zweite Einzelausstellung bei Société, Scharade, untersucht die fließenden Grenzen zwischen Individuum und Gesellschaft anhand theatralischer, mythologischer und Tabus hinterfragender Werke aus den Bereichen Video, Malerei und Skulptur. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Leda war ein Schwan, ein Video, das den griechischen Mythos neu interpretiert, in dem Zeus nicht als dominanter Gott, sondern als eine von Leda selbst manipulierte Marionette erscheint – wobei die Rollen von Macht, Begierde und Handlungsfähigkeit mithilfe von KI-generierten Animationen verwischt werden. In der gesamten Ausstellung parodieren ornamentale Skulpturen Relikte der Weiblichkeit und Hingabe und verwandeln Objekte wie den „Merkin“ in Symbole sowohl des Schutzes als auch der Entblößung, der Verhüllung und des Spektakels. Dabei hinterfragt Simnett stets die Performativität von Macht und nutzt Maskerade und Ritual, um aufzudecken, wie Identität in einem Zeitalter sozialer Manipulation und theatralischer Politik sowohl Rüstung als auch Künstlichkeit sein kann.
Wielandstraße 26, 10707 Berlin
Bild mit freundlicher Genehmigung von Donna Hunch.
Soho House Berlin, Francesco Gioacchini & New Art Collection
Anlässlich seines 15-jährigen Bestehens im Herzen der Berliner Kreativszene präsentiert das Soho House eine neu konzipierte Kunstsammlung mit 75 Werken, die ausschließlich von Künstlern stammen, die in der Stadt geboren wurden oder dort ihre Ausbildung absolviert haben – dabei werden frühe Favoriten wie Damien Hirsts Hai mit neuen Werken von Olafur Eliasson, Donna Huanca und aufstrebenden lokalen Künstlern. Die von Jack Lazenby kuratierte Sammlung umfasst konzeptuelle Fotografie, Skulpturen und immersive Installationen und spiegelt die rohe Energie und vielschichtige Komplexität der Berliner zeitgenössischen Kunstszene wider. Im Rahmen des Gallery Weekend Berlin ist eine neue Atrium-Installation von Francesco Gioacchini zu sehen –Abgesehen von uns, lädt – in Zusammenarbeit mit Porsche – Mitglieder und Besucher zu einer surrealen Reflexion über Erinnerung, Ort und städtischen Wandel ein.
Torstraße 1, 10119 Berlin, Soho House Berlin
Lotta Antonsson. "Ali", 2024. Bild mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und der Galerie Dorothée Nilsson.
Galerie Dorothée Nilsson — Lotta Antonsson
Die Galerie Dorothée Nilsson präsentiert Grundsätze der Ungewissheit, eine Einzelausstellung der schwedischen Künstlerin Lotta Antonsson. Ihre Collagen und Installationen hinterfragen den männlichen Blick und setzen sich mit Themen wie Identität und Objektivierung auseinander. Mit dieser Ausstellung setzt Antonsson ihre Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit von Bildern und den von ihnen konstruierten Erzählungen fort. Ausgehend von der wissenschaftlichen Vorstellung, dass Wissen und Messung inhärente Grenzen haben, untersucht Antonsson die metaphysische Spannung zwischen Präsenz und Wahrnehmung – sowohl auf persönlicher als auch auf kollektiver Ebene, insbesondere in Bezug auf Frauen.
Potsdamer Straße 65, 10785 Berlin
Öffnungszeiten:
2. Mai: 18:00–21:00 Uhr, 3. Mai: 11:00–19:00 Uhr, 4. Mai: 11:00–18:00 Uhr
Bild mit freundlicher Genehmigung von Lennart Brede.
Torstraße 86, Kristina Supernova
Kristina Supernova ist eine in Berlin lebende Künstlerin, deren ausdrucksstarke Werke – von Ölporträts bis hin zu konzeptuellen Textarbeiten – die sich wandelnden Grenzen von Identität und Wahrnehmung nachzeichnen. Indem sie klassische Techniken mit einem scharfsinnigen zeitgenössischen Blick verbindet, schafft sie visuelle Erzählungen, die von großer psychologischer Tiefe sind. Ihr neuestes Werk, Die Archetypen, setzt ihre Auseinandersetzung mit Mythen, der Persönlichkeit und der fließenden Architektur des Selbst fort.
Torstraße 86, 10119 Berlin, BOLD Berlin